Weilheim-Garmisch | 15.03.2010
Universität
und Schule können sich gegenseitig bereichern und unterstützen, zum
Beispiel in der Lehrerausbildung, in der Vorbereitung der Schüler auf
das Studium und in der raschen Übertragung von Forschungsergebnissen in
den Unterrichtsstoff.
Mit diesem Konzept hat die Technische Universität
München (TUM) in Bayern ein einzigartiges Netz aus Schulpartnerschaften
aufgebaut, so auch mit dem Gymnasium Penzberg. Damit im Umkreis dieser
TUM-Referenzschule weitere Schulen von der Kooperation profitieren
können, gründet die TUM zusammen mit zehn Schulen und der
Bildungsstätte Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern am 16. März
das Schulcluster Benediktbeuern.
Es
wird voll werden am kommenden Dienstag im Allianzsaal des Zentrums für
Umwelt und Kultur Benediktbeuern: Vertreter der zehn künftigen
Cluster-Schulen, der Stadt Penzberg, der Landkreise Bad
Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau, der
Schulbehörden sowie des Bildungszentrums werden die Urkunde zur
Gründung des Schulclusters Benediktbeuern unterzeichen. Das Gymnasium
Penzberg wird als Referenzschule zentrale Anlaufstelle für Universität,
Schulen, regionale Unternehmen und weitere Partner fungieren.
Benediktbeuern ist nach Berchtesgadener Land und Altötting-Traunstein
bereits das dritte Schulcluster der TUM. Ergebnis der engen Kooperation
zwischen Schule und Universität war in diesen Clustern zum Beispiel ein
Mathematikkurs auf universitärem Niveau für besonders interessierte
Schüler, den ein Professor der TUM in den Schulferien gehalten hat. Ein
anderes Projekt waren die von TUM und Schulcluster organisierten
Robotics-Tage für 75 Sechst- und Siebenklässler mehrerer Schulen, an
denen die Schüler Lego-Roboter bauen und programmieren lernten.
Im Schulcluster Benediktbeuern soll unter anderem ein
Schülerforschungszentrum entstehen, in dem Schülerinnen und Schüler
selbstständig kleinere Forschungsprojekte verfolgen können, wobei ihnen
die Betreuer lediglich beratend zur Seite stehen. Anlass können
Wettbewerbe wie "Jugend forscht" oder sehr praxisnahe kleine Projekte
mit regionalen Unternehmen sein, die in das Schulcluster einbezogen
werden sollen. Auf diese Weise können Studien- und Berufswahl der
Schüler unterstützt und gleichzeitig das Interesse für
naturwissenschaftlich-technische Fächer gestärkt werden.
Die enge Anbindung der Clusterschulen an die TU München soll überdies
befördern, dass neue Erkenntnisse aus der Forschung rasch den Weg in
den Unterrichtsstoff finden. Prof. Wilfried Huber, Senatsvorsitzender
und Mitinitiator des Schulcluster-Konzepts, erläutert: "Mit unserer
neuen Fakultät für Lehrerbildung, der TUM School of Education, wollen
wir an der TU München die Fachwissenschaften noch enger mit den
Fachdidaktiken verzahnen. So können wir gewährleisten, dass zum
Beispiel neuste wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Chemie adäquat
für den Chemieunterricht aufgearbeitet werden. Der Chemieunterricht
wird damit aktueller und spannender." Über Lehrerfortbildungen oder
auch über Wissenschaftstage und Lernprojekte gelangt das Wissen dann in
die Schule.
Die TU München wiederum profitiert vom Schulcluster in der
Lehrerausbildung. Die beginnt an der TUM bereits ab dem ersten Semester
mit Schulpraktika, die eng mit dem universitären Seminarprogramm
verflochten sind und deren Betreuung im Schulcluster auf vielen
Schultern ruhen wird. Nicht zuletzt wird auch die Bildungsforschung der
TUM mithilfe des Schulclusters Themen bearbeiten können, etwa um neue
Konzepte zur Unterrichtsgestaltung und zur Verbesserung der
Lehrqualität wissenschaftlich zu bewerten.
Die Partner der Technischen Universität München im Schulcluster sind:
- Gymnasium Penzberg als Referenzgymnasium der TU München
- Bürgermeister-Prandl-Grundschule Penzberg
- Bürgermeister-Prandl-Hauptschule Penzberg
- Heinrich-Campendonk-Realschule Penzberg
- Gabriel-von-Seidl-Gymnasium Bad Tölz
- Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern
- Benediktinergymnasium Ettal
- St.-Irmengard-Gymnasium Garmisch-Partenkirchen
- Gymnasium Geretsried
- St.-Ursula-Gymnasium Schloss Hohenburg, Lenggries
- Staffelsee-Gymnasium Murnau
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