Weilheim-Garmisch | 05.08.2010

e-miglia 2010: Innsbruck-Bozen, Team Haering am Jaufenpass (© REBEL Media)
Die e-miglia 2010 hat die Alpen überwunden. Mit
dem 2094 Meter hohen Jaufenpass erreichte die erste internationale
Elektrorallye am Morgen des dritten Wettkampftages ihren buchstäblichen
Höhepunkt – und das mit nur minimalen Verlusten: Lediglich zwei der 25
Elektrofahrzeuge fielen den überaus harten Bedingungen zum Opfer. Alle anderen
meisterten den 14,9 km langen Anstieg auf den in Regen und Nebel gehüllten
Gipfel mit Bravour.
Gewinner ist
auch an Tag drei das Team Energiebau im Tesla. Mit dem Sieg der Sonderprüfung
– einem Rundkurs durch den Safety Park Bozen, den die Teams zweimal in
möglichst identischer Zeit absolvieren mussten – konnten Tim Ruhoff (25)
und sein Beifahrer Steven Hoffmann (20) den ersten Platz in der Gesamtwertung
erneut verteidigen. „Das ist einfach Wahnsinn“, freute sich der Münchner
Roadster-Pilot am Abend auf dem Messegelände von Bozen, wo die Fahrzeuge über
Nacht Strom tanken. Zuvor hatten sie sich auf dem Walther-Platz im Zentrum der
Südtiroler Landeshauptstadt zahlreichen interessierten Zuschauern präsentiert. In der Wertung
vorgerückt ist das Team e8energy im Citroen Zero.
Auch Rachid Ait Bouhou und
seinem Beifahrer Christian Frank schien die Sonderprüfung gut zu liegen. Sie
absolvierten den mit Pylonen abgesteckten Parcours in der viertgenauesten Zeit
und liegen damit im Gesamtklassement auf Platz drei – nur sieben zehntel
Sekunden hinter den Zweitplatzierten Robert und Marina Häring im Tesla.
„Mit Licht, Scheibenwischern, Heizung und Gebläse waren heute alle
Stromverbraucher in Betrieb. Wir sind also auf Nummer sicher gegangen und haben
unterwegs zwischengeladen. Der Citroen Zero ist ja ein Vorserienfahrzeug, und
die Teilnahme an der e-miglia ist
Teil des Entwicklungsprozesses“, so Rachid Ait Bouhou.
Abgeschlossen
ist die Entwicklung des Tazzari, eines im italienischen Imola produzierten
E-Cars, mit dem Heinz Rabe und seine österreichische Co-Pilotin Karin Mewald
die Alpen kreuzen. „Auf ebener Strecke liegt die Reichweite unseres
Tazzari normalerweise bei 120 bis 140 km. Hier in den Bergen hat er immerhin
100 km geschafft. Auf dem Pass waren wir dann energiemäßig ziemlich am
Ende“, schilderte die 40-Jährige ihren Gipfelsturm. Zwar verhalf die 19
km lange Bergabfahrt vom Jaufenpass den Batterien dank Rekuperationstechnik zu
neuem „Saft“, die Entladung war jedoch so tief, dass die
Sonderprüfung am Nachmittag für das rote Mobil ausfallen musste.
In der
Wertung auf dem Weg nach vorne sind derweil Achim Wiedey und Stefan Matz vom
Team Moveabout im Think City, der in der e-miglia
gleich sechsfach vertreten ist. Die Bergstrecke meisterten die als
Stadtfahrzeuge konzipierten kleinen Flitzer ohne Probleme. „Es ist
wichtig, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass E-Mobilität nichts mit
‚Elektrokisten’ zu tun hat, sondern dass es sich um fahrbare,
vernünftige Autos handelt“, so Wiedey, der in der Gesamtwertung aktuell
Rang fünf belegt.
Am morgigen
Finaltag der e-miglia 2010 stehen
gleich zwei Bewältigungsprüfungen auf dem Programm, bevor die Teilnehmer der
ersten internationalen Elektrorallye am Abend in Rovereto ab 18 Uhr über die Ziellinie rollen.
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